Ausflüge
2. Der Hügel von San Bartolomeo
Durchschnittsdauer : Etwa 4 Stunden
Höhenunterschied : mini: 33 m - maxi: 431
m
Schwierigkeit : Aufstieg relativ anstrengend, der
Abstieg vom Hügel San Bartolomeo, nach Chiessi, ist ab und
zu rutschig.
Kirchplatz
von Pomonte, kommt man durch eine gepflasterte Gasse auf die Straße,
die den oberen Teil des Dorfes durchquert. Von hier in Richtung
Tal gehend, findet man den Weg, linkerhand, in der Nähe einer
großen Granittafel. Diese Tafel ist teilweise mit Opuntien,
Feigenkaktus genannt, eine der Kakteen, in unserer Gegend gut angepaßt,
und von Mittagsblumen (Mesembryvanthemum acinaforinis), ursprünglich
nicht vom Mittelmeer, aber schon lange auf den Inseln heimisch bedeckt.
In Mai und Juni bilden sie große, fuchsienfarbige Felder.
Der ertste Teil des Weges (Wegweiser C.A.I Nr. 4) ist die alte
Verbindungsstraße zwischen Pomonte und Marciana. Ihn durchwandernd,
überschreiten wir in kurzer Zeit das bewohnte Gebiet bis zu
Granitfelsen und alten Kulturen.
Die Terassen, auch wenn seit Jahren verlassen, sind eine ständige
Präsenz in dieser trockenen und sonnigen Landschaft; deshalb
ist die spontane Vegetation wenig entwickelt. Sie besteht hauptsächlich
aus kleinen Stauden, wie die französische Zistrose (Cistus
monspeliensis), der Mastixstrauch (Pistacia lentiscus) und der unausbleibliche
Pfriemenginster, oder Spanischer Ginster (Spartium juncetim). Die
kleinen, rigoros trockengemauerten, Stützmauern sind noch sichtbar.
Der Boden des Weges, wenn auch abgetragen, ist, wenigstens im ersten
Teil, gut zu begehen man findet noch weite Strecken mit der ursprünglichen
Pflasterung aus Kieseln und Granittafeln, von breiten Stufen und
von elementaren aber nüztlichen sogenannten "Bastorovesci,"
Wasserabweisern unterbrochen, die das Regenwasser zu den Nebenbächen
bringen und gleichzeitig die Integrität des Weges und das hydrogeologische
Gleichgewicht des Berges garantieren.
Nach etwa 30 Minuten kommt man in die Nähe einer wunderbaren
natürlichen Terasse, von welcher wir nach Süden das Tal
von Pomonte in seiner ganzen Ausdehnung bis zum Gipfel des Monte
Capanne bewundern können.
Nach und nach wird die Vegetation kräftiger, vielleicht weil
die Terassenkulturen, die sich bis 400 in Höhe befinden, seit
langer Zeit verlassen sind, oder weil der obere Teil des Tales von
den Waldbränden, die sich in den letzten Jahrzenhten wiederholt
haben, verschont blieb. Der stufenförmige Weg, kürzt die
Kurven ab, so entstehen Kehren, die jedoch nicht steil sind. Die
alte Straße, die nach Marciana und zu den hohen Weinbergen
führte , streckt sich dahin an die Berghänge entlang (im
Gegensatz zu den heutigen Asphaltstreifen, die Hügel und Berge
verschandeln und rücksichtlos jedwede Hänge und Felsen
durchqueren): Antike Bauernweisheit aber auch antike Bergkultur
aus dem Morgengrau der Zeiten, als diese Höhen von den subapenninischen
und Etruskischen Völkern bewohnt waren.
Hier verknüpfen sich Kultur und Geschichte und beleben eine
Landschaft, deren Erhaltung in Zukunft das erste Ziel jeglicher
an diesem Territorium interessierter Initiative sein muß.
Der gewaltige Kegel von San Bartolomeo dominiert das Tal und begleitet
den Wanderer auf seinem Weg. Um seine felsigen Höhen fliegt
majestätisch der Mäusebussard (Buteo buteo) auf der Suche
nach Vögeln und kleinen Säugetieren. Der Kaiserrabe (Corvus
corax) und der kleine Turmfalke (Falco tinunculus) frequentieren
auch diese Berge und es ist nicht schwer, sie in ihrer unverwechselbaren
und faszienierenden Flugevolution zu beobachten. Im späteren
Frühjahr fällt in die Zistrosengarigue die Zikadelle (Philenus
spumarius) ein; beim Durchqueren der Garigue kann es vorkommen,
daß wir seltsame Schaumformationen, von einem kleinen Insekt
produziert, auf den Büschen begegnen: Keine Angst, die Zikadelle
und ihr Schaum sind harmlos. Ein anderer Bewohner, den Bauern der
Gegend sehr bekannt, ist die Kreuzotter (Vipera aspis): Man kann
sie gelegentlich vorfinden, wenn man genau den Weg und die Trockenmauern
aufmerksam beobachtet. Die günstigste Zeit der Beobachtung
dieses herrlichen, zu Unrecht verfolgten Reptils, ist von April
bis September. Der Weg steigt für die Dauer von etwa anderthalb
Stunden an, um an einem alten Haus, in etwa 400 m Höhe, anzukommen
und von dort erreicht man in wenigen Minuten eine Gabelung. Man
muß den linken Weg in Richtung Süd-West einschlagen (Wegweiser
C.A.l. Nr, 3). Hier beschreibt der Weg eine weite Kurve auf der
Südseite des Hügels; die Vegetation bereichert sich hier
mit stark angepaßten Pflanzen, wie der Zwergginster (Genista
desoleana), eine Hülsenfrucht mit nadelförmigen Blättern,
die man überall über 400 m auf der Insel vorfindet, in
Form von kleinen an den Boden angeschmiegten Kissen, um sich vor
den starken Winden zu schützen.
Nach etwa 15 Minuten von der Gabelung, erreicht man einen Paß,
hinter welchem man sich auf der Nordseite des Hügels mit einer
wunderbaren Aussicht auf das Tal von Chiessi und auf den Meeresarm,
der Elba von Korsika trennt, befindet. Eine kleine Pause an der
Mauer der romanischen Kirche von San Bartolomeo ist auf jeden Fall
zu empfehlen. Was vom Rest der Kultstätte geblieben ist (vermutlich
eine Befestigung der lokalen etruskisehen Bevölkerung) findet
man ausgezeichnet auf der linken Seite des Weges am Anfang des Abstieges
nach Chiessi.
Der kurze Abstieg zum Ort ist ist mit Vorsicht zu begehen, wegen
des schlechten Wegzustandes. Die Vegetation auf der Nordseite ist
buschig und weiter entwickelt dank der Einwirkung von frischeren
Luftströmungen: So überläßt sehr bald die Garigue
von Zisten und Besenginster (Cystis scoparius) den Platz einem üppigeren
Buschwald (macchia) von Baumheide (Erica arborea), Steineiche (Quercus
ilex) und Erdbeerbaum (Arbutus unedo). In Chiessi angekommen, verfolgt
man 2 km asphaltierte Straße (zu Fuß etwa 20 Min) um
nach Pomonte zurück zu kommen.
|